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Nov 2012: „Albtraum Sunrise“ findet nach 11 Monaten sein Ende

Dies ist der positivste Blog, den ich je im Zusammenhang mit „Albtraum Sunrise“ geschrieben habe. Denn wir schreiben nun November 2012 und der „Albtraum Sunrise“, welcher am 9. Dezember 2011 begonnen hatte, findet nun nach über 11 Monaten sein Ende. Dies waren 11 Monate, in denen ich dachte, ich sei im falschen Film:

Ich bekam nämlich im November 2012 die Nachricht von Sunrise, dass alle meine negativen Bonitätseinträge gelöscht wurden. Diesselbe Nachricht, welche ich zwar bereits im März 2012 von Sunrise erhalten hatte, welche sich dann aber im Juni 2012 noch als falsch erwiesen hatte. Sunrise hatte keine einzige der 7 Bonitätsbanken angefragt, ob meine Daten gelöscht wurden, welche mit meinem Namen in Berührung kamen oder hätten kommen können.

Jetzt aber im November 2012 wusste ich,  dass die Aussage „sämtliche negativen Bonitätseinträge wurden gelöscht“ korrekt ist, weil ich die entsprechenden Auszüge und schriftlichen Belege (Briefe, Mail-Auszüge, etc) bei mir ablegen kann.

Ergo liest sich die letzte E-mail, welche ich an Sunrise verfasste, wie folgt:


From: aka Pierre Bosquet
Sent: Montag, 12. November 2012 22:59
To: Sunrise
Subject: Ihr Schreiben vom 5. November 2012

Sehr geehrte Frau S.

Besten Dank für Ihre obgenannte Korrespondenz, welche ich freitags / am Wochenende erhalten hatte und mittlerweilen studieren konnte. Die wichtigste Aussage dieser E-mail vorweg:

Vorbehältlich dem Umstand, dass künftig nicht wieder von Sunrise generierte (irrtümliche und negative) Bonitätsdaten auftauchen, welche im Zusammenhang mit den „Afghanistan“-Forderungen vom Jahr 2010 stehen, können wir unseren Fall nach 11 Monaten (vom 9.12.2011 – 9.11.2012) vorläufig abschliessen.

Es bleibt mir, meine ausdrückliche Wertschätzung gegenüber Ihnen, Frau S. und Ihrer konsequenter Zielorientierung auszudrücken. Von Herzen; Danke! Ich war und bin von Ihrem Engagement positiv überrascht worden. So ging es auch ein paar weiteren Personen von meinem persönlichen Umfeld.

Eine letzte Frage habe ich noch, nämlich, nach den hunderten von Arbeitsstunden, welche ich diesem Fall widmen musste: War’s jetzt das? Oder will Sunrise noch eine offizielle Stellungnahme zum Brief vom 4. Juni 2012 (das Schreiben an den CEO) abgeben?

Unter anderem ist ja nach wie vor keine offizielle Antwort von Sunrise gekommen, wie sich die Fehlinformation von infoscore (wonach alle meine negativen Einträge im März 2012 gelöscht worden seien) einordnen lässt. Bzw. warum oder wie es zu einer derart folgeschweren Falschaussage kommen konnte. „Folgeschwer“ deswegen, weil der Eintrag von infoscore mit der möglichen Bevormundung für 30 Jahre(!) (siehe Anhang unten) meine wirtschaftliche Tätigkeit potentiell negativ beinträchtigt hätte.

Ebenso unbeantwortet bleibt, warum infoscore einen zu hohen Betrag (CHF 271.- statt CHF 72.45) eintragen liess, was ein weiterer Verstoss gegen das DSG ist, aber -gemäss EDÖB- eine schlechtere Kategorie beim Eintrag generiert.

Ebenfalls unklar ist, wieso infoscore den Eintrag der möglichen Bevormundung meiner Person überhaupt erst vornahm. Worauf basierend? Diente es nur dazu mich möglichst lange zu schädigen?

De facto hat sich die Unprofessionalität von infoscore und die Anäufnung der Verstösse gegen die gesetzlichen Rahmenbedingungen von infoscore, im Vergleich zu meinen Aussagen vom 7. Mai 2012, als wir mit Herrn Oliver Steil zusammen sassen, noch progressiv gesteigert. Ich konnte eben am 7. Mai nur die Spitze des Eisberges bzw. des Chaos’s von infoscore erkennen.

Aber selbst heute hallt es mir noch in den Ohren wie Herr B.S. von infoscore mir sagte, dass ihn meine Korrespondenz mit der Beweisführung, dass es sich um einen Irrtum handelt, nicht interessiere, ja, er die Korrespondenz gar nicht erst durchlese, er quasi keine Zeit dazu habe und er mich deshalb, Afghanistan hin oder her, betreiben werde, wenn ich nicht sofort bezahle. Und in keinem Wort erwähnte Herr B.S., dass die Erstellung der negativen Einträge, in Tat und Wahrheit bereits am 1.12.2011 erfolgt war. Ein Tag bevor infoscore die erste Betreibungsandrohung an mich ausstellte. De facto hätte ich durch Begleichen der Rechnung diese getätigten Einträge kaum mehr löschen lassen können. Deshalb wurde mir wohl auch gezielt mit den Einträgen „lediglich“ gedroht und deswegen wurde mir bewusst(?) verschwiegen, dass die negativen Einträge de facto bereits erfolgt waren.

Ich wäre froh, wenn Sie mir deshalb sagen könnten, „Ja, das war’s“ oder „Nein, wir werden Ihnen noch eine offizielle Stellungnahme zukommen lassen, zum ganzen Vorfall oder zu einzelnen Aspekten des Falles oder zu infoscore“, oder was auch immer realistisch erscheint. Fast überflüssig zu sagen, dass sich Herr B.S. von infoscore, nie bei mir meldete und dementsprechend auch nie bei mir entschuldigte. Das wäre nämlich ausnahmsweise mal kein Verstoss gegen das Datenschutzgesetz gewesen.

Alles Gute, Frau S. und viel Erfolg nicht nur in Ihrer beruflichen Karriere, sondern auch alles Gute privat.

Herzlich

aka Pierre Bosquet
Ausschnitt eines solchen von Sunrise generierten (irrtümlichen und negativen) Bonitätseintrages:
Im Anhang der Hinweis mit den 30 Jahren:
(Klick auf Bild um Anhang zu lesen)
Die letzte Antwort, welche ich von Sunrise darauf erhielt liest sich wie folgt:

From: Sunrise
To: aka Pierre Bosquet
Subject: RE: Ihr Schreiben vom 5. November 2012
Date: Thu, 15 Nov 2012 07:45:49 +0000

Sehr geehrter Herr Bosquet

Vielen Dank für Ihre Zeilen! Für mich war von Anfang an klar, dass ich so lange an diesem Fall dran bleibe, bis alle nötigen Bestätigungen eingeholt sind. Nachdem das nun geschafft ist, erachte ich den Fall als abgeschlossen. Es wird keine weitere Stellungnahme von Oliver Steil geben und ich kann Ihnen auch keine Antworten auf Ihre Fragen bezüglich der Firma Infoscore geben. Um es in Ihren Worten auszudrücken: Ja, das war’s. Eines kann ich Ihnen jedoch versichern: Wir werden unseren Partnerfirmen in Zukunft stärker auf den Zahn fühlen.

Im Namen von Sunrise und auch persönlich möchte ich mich noch einmal entschuldigen für die Unanehmlichkeiten. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft beruflich wie auch privat ebenfalls alles Gute!

Freundliche Grüsse

S.

Das war’s also! Albtraum Sunrise ist zu Ende! Klar hätte ich mir ein offizielles Schreiben von Sunrise als Antwort auf meinen Brief vom 4. Juni 2012 an den CEO gewünscht. Klar hätte ich mir eine Reaktion von infoscore gewünscht. Denn damit bleiben die brisanten Fragen, welche den Verstoss gegen das Datenschutzgesetz beinhalten, schlicht und einfach unbeantwortet.

Doch letztendlich ist es eine Frage des Aufwands und Ertrages. Sunrise hätte, meine Existenz zerstört gehabt, wenn ich nicht reagiert hätte. Nie hätte ich mich wieder selbstständig machen können. Und nach mehr als 11 Monaten Aufwand, nach 11 Monaten an denen kein Tag vorbei ging, an dem ich in negativem Kontext nicht an Sunrise denken musste, will ich den Albtraum Sunrise abschliessen und verarbeiten können. Es bleibt die Erkenntnis: Um in der Schweiz um sein Recht zu kämpfen ist unbeschreiblich zermürbend und belastet die ganze Familie.

Für Leser, welche die Vorgeschichte noch nicht kennen, empfiehlt sich der Link: „Wie alles begann

Für Leser, welche eine sehr humoristisch geschriebene Zusammenfassung bevorzugen, kann ich den Artikel des Magazins empfehlen. Herr Mathias Ninck, ein ausgezeichneter Recherche-Journalist, hatte den Artikel geschrieben und aufgedeckt, dass die negativen Bonitätseinträge, entgegen der Aussage von Sunrise, gar nicht erst gelöscht wurden. Er titelte seinen Artikel mit „Beim Barte des Propheten, Sunrise?“, weil die irrtümlichen Rechnungen und Mahnungen von Sunrise nach Afghanistan geschickt wurden:

(Klick auf Bild um Artikel zu lesen; pdf 1.7 MB)
Das war’s also! Fall abgeschlossen. Ich werde die nächsten 30 Jahre die Finger von Sunrise lassen. Und wenn ich dann 76-jährig bin (30 Jahre später), dann schau ich die Sache eventuell nochmals an. Im Wissen, dass dann die Einträge auch dann gelöscht worden wären, wenn ich mich im 2011/2012 nicht gewehrt hätte. Also im Jahr 2042. Falls ich dann überhaupt noch leben und Sunrise noch existieren sollte.Zwecks Aufarbeitung des ganzen Falles werde ich noch eine Zusammenfassung des ganzen Falles posten. Eine wahre Geschichte im 21. Jahrhundert, in der Ära der vermeintlichen Kommunikation. Der Titel der Geschichte wird in Anlehnung an das Magazin ebenfalls „Beim Barte des Propheten, Sunrise?“ lauten.

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Sind Sie an der abschliessenden Geschichte „Beim Barte des Propheten, Sunrise?“ interessiert?

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Ihr (aka) Pierre Bosquet

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7. Okt 2012: Ein anderer Blickwinkel auf Sunrise

Es ist an der Zeit auch mal die Sunrise-Mitarbeiter Perspektive auf den Tisch zu legen.

Da ich mit beiden Seiten in regelmässigem Kontakt bin, zum einen mit ein paar Sunrise Kunden, zum anderen mit ein paar Sunrise Angestellten, ermöglicht mir dies, nicht nur die Kundenseite abzufühlen, sondern auch hinter die Kulissen von Sunrise zu schauen und damit auch immer mehr zu lernen, wie Sunrise hinter den Kulissen auch tatsächlich funktioniert. Dieser Austausch findet nicht nur mit Mitarbeitern statt, welche direkt bei Sunrise unter Vertrag stehen, sondern auch mit Mitarbeitern, welche bei einer von Sunrise „outsourced hotline“, ausserhalb der Schweiz arbeiten.

Und da ich die Beiträge auf der Klagemauer nicht kommentiere, nutze ich die Gelegenheit mittels diesem Blog ein paar eigene Gedanken und Kommentare zu publizieren.

Vorab zum CEO, Herr Oliver Steil. Ich weiss nicht, ob diejenigen Blogger, welche den CEO nach Deutschland verwünschen, Herrn Steil je persönlich kennenlernen durften. Ich durfte, und wie ich schon im Blog vom 7. Mai 2012 (Blog seit April 2013 nicht mehr online) erwähnte, hat Herr Steil die Probleme innerhalb Sunrise erkannt und hat mir gegenüber absolut authentisch erklärt, dass er diese Probleme angehen wird und zum Teil bereits angehen und verbessern konnte.

„Es wird tatsächlich besser werden“

…waren seine Worte. Und es sollte doch überhaupt keine Rolle spielen, ob der CEO einen schweizer, einen amerikanischen, einen deutschen oder einen afghanischen Pass im Kittel trägt. Ich selber hatte mal einen Deutschen geleitet und hatte einen Deutschen als Vorgesetzten. Wir Schweizer können von jeder „fremden“ Kultur auch etwas lernen. Was mir hingegen massgeblich erscheint, ist ob der CEO und damit auch das Unternehmen lernfähig ist. Und meinem Gefühl zufolge ist er das absolut.

Frau M.S., welche dem Gespräch vom 7. Mai 2012 mit dem CEO beiwohnte ist ebenfalls intelligent und kompetent zugleich. Sie setzt sich mit Herzblut dafür ein, dass meine negativen Datensätze vernichtet werden. Es gibt diesbezüglich keine News. Jedoch hatte ich noch nie erwähnt, dass Sunrise, und damit meine ich jetzt speziell Frau M.S. jeden Kontakt, den ich jetzt mit Sunrise pflege zu einem, den Umständen entsprechend, positiven Erlebnis macht. Frau M.S. und ich arbeiten zusammen, nicht gegeneinander und wir ziehen beide am gleichen Strick.

Die Verantwortung liegt zwar immer noch bei Sunrise, doch das Problem, welches uns noch von der Ziellinie trennt, haftet nicht einzig an Sunrise, sondern bei zwei Datenbanken, welche noch nicht auf die Korrespondenz einzugehen vermögen, welche diese per Einschreiben erhalten. Mit Frau M.S. in der Federführung weiss ich aber, dass ich in guten Händen bin. Ich glaube, dass mein Fall noch in diesem Jahr (2012) wird abgeschlossen werden können.

Zu den Mitarbeitern, welche sich mir via E-mail anvertrauen: Auch im persönlichen Dialog mit diesen Sunrise Mitarbeitern muss ich ausnahmslos festhalten, dass diese mit Herzblut versuchen, den Kundenanliegen gerecht zu werden. Es geht gar soweit, dass ich diese Mitarbeiter bewundere und ihnen grossen Respekt zolle, was ich auch via Twitter schon mal so kommunizierte. Die Bewunderung kommt daher, da diese Sunrise Mitarbeiter mit persönlichem Einsatz Lösungen suchen müssen, die technischen Werkzeuge dazu aber noch nicht haben. Und die Betonung liegt nun bei „noch nicht“. Es scheint aber so zu sein, dass sich dies bald ändern bzw. bessern wird. Es braucht wohl einfach noch ein paar Monate bis eingeleitete Schulungen und Massnahmen vollends zu greifen beginnen, sprich eingespielt sind.

Wie auch schon auf der Klagemauer ein Sunrise Mitarbeiter schrieb, appellier ich ebenfalls an die Kunden, respektvoll im Umgang mit den Sunrise-Angestellten zu sein. Es ist meiner Meinung nach nur kontraproduktiv, wenn man beleidigend, ausfällig und emotional oder laut wird. Wir brauchen nicht andere Menschen anzuschreien, um ans Ziel zu gelangen. Stattdessen kann man sachlich das Erlebte in einem Brief abfassen und/oder auf der Klagemauer niederschreiben, sollte man mal auf der Hotline nicht weiterkommen. Sunrise nimmt diese Anliegen tatsächlich ernst. Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck, der sich verstärkt, nachdem ich de facto fast täglich von Sunrise Mitarbeitern ihre entsprechenden E-mails und Updates aus ihrem Alltag erhalte.

Wie schon Frau Gudrun Scharler (Leiterin Customer Service) im Kassensturz im September 2012 sagte: Die Umsetzung der Verbesserungen brauchen eine gewisse Zeit.

Es ist nun trotzdem nicht so, dass ich zu einem Sunrise Fan mutiere. Ich bin zwar flexibel, aber ich weiss, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte nie mehr ein Produkt von Sunrise beziehen werde. Das muss aber nicht heissen, dass ich nun Schlechtes Sunrise wünsche. Ich bin auch nicht im Geringsten Hass erfüllt. Im Gegenteil, und nun wiederhole ich mich bewusst: Ich respektiere die Sunrise Mitarbeiter und habe Mitgefühl für diese. Ich hoffe und bin gar ziemlich sicher, -für alle bestehenden Sunrise Kunden-, dass Sunrise ihre Kundenservice-Probleme bald in den Griff kriegen wird.

Und um dieses Ziel zu erreichen, plädiere ich für absolute Transparenz. Soll heissen, wenn etwas schief läuft, soll es offen und unverblümt kommuniziert werden. Kurz, effizient und sachlich.

Den Sunrise Mitarbeitern, welche im März/April 2012 wegen dem Ignorieren meiner Korrespondenz entlassen wurden, wünsche ich viel Erfolg und dass diese bereits in einem neuen Job sich wiedergefunden haben, der sogar noch mehr Spass macht, als der Vorherige.

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Ihr Pierre Bosquet

29. Sep 2012: Albtraum Sunrise ein Einzelfall? – Update

In fast jeder E-mail werde ich gefragt, ob mein Fall nun abgeschlossen ist, da ich seit über einem Monat keinen neuen Blog mehr erstellt habe. Die Antwort:

Nein, mein Fall ist noch nicht abgeschlossen.

Von vermutlich sechs negativen Bonitäts- und Inkassodaten Einträgen sind vier mittlerweilen gelöscht worden. Die vier Einträge welche gelöscht wurden, betreffen:

die zwei noch offenen Datenbanken sind:

  • Business Check Schweiz-Deutschland GmbH, Zug, ZG
  • Infokey S.A., Paradiso, TI

Nach DSG Art. 5 müssen irrtümlich erstellte Daten, auf Wunsch der betroffenen Person, „vernichtet“ werden. Von den 4 obenerwähnten Datenbanken war OFWI sehr positiv aufgefallen, weil es OFWI verstand, ausserordentlich schnell auf den Irrtum zu reagieren. „Reaktion“ wurde in Proaktives Engagement und Kooperation umgesetzt.

Infoscore hingegen befindet sich am anderen Ende der Skala der Geschwindigkeit und Kooperation und hat sich mir gegenüber durchgehend (2x schriftlich) so geäussert, dass es meine irrtümlichen Daten leider nicht löschen darf, mit dem irreführenden Hinweis auf die „Nachvollziehbarkeit“.

Es ist richtig, dass wenn ein Unternehmen, welches Daten über eine Privatperson verwaltet, auf die „Nachvollziehbarkeit“ bestehen kann. Bloss liegt logischerweise die Idee der „Nachvollziehbarkeit“ darin begründet, dass ein Unternehmen „korrekte“ Daten soll nachvollziehen dürfen und nicht etwa Irrtümliche. Warum sollte überhaupt irgendein Unternehmen auf der Welt falsche Informationen nachvollziehen wollen?

Ausserdem entbindet „die Nachvollziehbarkeit“ infoscore keineswegs davon, meine Inkassodaten gegenüber mir offenzulegen. Nur so kann ich sicherstellen, dass meine Inkassodaten mit dem Vermerk versehen wurden, dass diese eben ein 100%-iger Irrtum sind. Doch infoscore pochte nicht nur durchgehend auf die „Nachvollziehbarkeit“, sondern infoscore verweigerte auch durchgehend meine Inkassodaten offenzulegen. Obwohl mehrfach angefragt, infoscore hatte mir meine Inkassodaten nie offengelegt. Ein weiterer Verstoss gegen das Datenschutzgesetz.

Infoscore erhielt daraufhin weitere Korrespondenz und Telefonate von Sunrise und vom EDÖB (Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeautragter), was infoscore letztendlich dazu veranlasste, (nicht gegenüber mir, aber gegenüber Sunrise) folgende schriftliche Aussage zu machen:

(…) Um die Nachvollziehbarkeit des Fallverlaufes jederzeit gewährleisten zu können, sehen wir davon ab, Fälle bei uns aus dem System zu löschen. (…)

Obwohl es nach DSG Art. 5 die Pflicht von infoscore wäre, auf Wunsch der betroffenen Person, irrtümliche Daten vollständig zu „vernichten“, sprich zu löschen, scheute infoscore es nicht, diese Aussage schriftlich abzufassen. Eventuell merkte dann infoscore aber doch noch, dass dieser Standpunkt nicht durchsetzbar sein würde, denn weiter unten im Schreiben heisst es dann wieder:

(…) Wir haben ausnahmsweise von unserem Vorgehen und unseren internen Richtlinien abgesehen und den Fall bei uns im System gelöscht. (…)

Im Umkehrschluss heisst dies also: Das offizielle Vorgehen von infoscore einerseits, sowie aber auch die internen Richtlinien von infoscore andererseits, sehen explizit vor, dass irrtümliche Inkassodaten, auch wenn dies gegen das Datenschutzgesetz verstösst, normalerweise nicht gelöscht werden. Man macht nun aber eine Ausnahme bei mir.

„Im Normalfall“ will infoscore also über irrtümliche Daten immer wieder in die Irre geführt werden und dementsprechend falsche Informationen generieren dürfen. Daten = Geld. Für infoscore spielt es dabei keine Rolle, ob diese Daten korrekt oder irrtümlich sind, und damit Existenzen von schweizer Bürgern behindert werden oder nicht. Hauptsache ist, dass infoscore ihrer Datensammelwut (i-Pad Artikel vom Tagesanzeiger) frönen und ungehindert weiter nachgehen kann. Im letzten Satz des Schreibens von infoscore steht abschliessend:

(…) Wir hoffen Ihnen (Sunrise gemeint) und Ihrem Kunden („Ex-Kunden“ wäre korrekt) damit gedient zu haben.


(Klick auf Schreiben um alles zu lesen)

Oh ja, infoscore Dein Freund, Helfer und Diener. Danke infoscore, Du hast von A-Z „gedient“ und „selbstlos“ gewirtschaftet. Niemals hast Du mich genötigt. Wichtig: Um später juristisch nicht fehlinterpretiert zu werden, diese letzte Aussage in Kursivschrift ist pur ironisch. Ich entgegne ironische Statements von infoscore lediglich mit Derselben.

Fakt ist: Der vierte Eintrag (von infoscore) konnte damit ebenfalls gelöscht, sprich abgehakt werden. Und die Aussage, welche infoscore an Deltavista weitergegeben hatte, nämlich,

…sollte nun auch vernichtet worden sein.

Allerdings sicher kann ich mir dessen noch nicht sein, denn es bleiben nun also Infokey S.A. und Business Check Schweiz Deutschland GmbH offen.

„Infokey S.A.“ ist ein Partner von „Deltavista online“ und „Business Check Schweiz Deutschland GmbH“ ist ein Partner von „infoscore„. Genau aus diesen Partnerschaften heraus, müssen wir immer noch davon ausgehen, dass diese 2 Datenbanken ebenfalls über negative (und allesamt irrtümliche) Datensätze über meine Person verfügen.

Infokey S.A. wurde von mir am 11. Juni 2012, mittels Einschreiben, mit einem Auskunftsbegehren angegangen. Die gesetzliche Frist um nach DSG auf ein Auskunftsbegehren zu antworten beträgt 30 Tage. Diese Frist wäre also am 11. Juli 2012 abgelaufen und Infokey S.A. hat diese Frist ungenutzt verstreichen lassen. Daraufhin habe ich das EDÖB informiert. Bis heute (am 29. September 2012) habe ich keine Antwort von Infokey S.A. erhalten.

Ebenso habe ich am 11. Juni 2012 Business Check Schweiz Deutschland GmbH angeschrieben. Das Einschreiben kam zurück mit dem Vermerk „Firma erloschen“. Brisant, denn die Geschäftstätigkeit wurde nicht eingestellt. Im schweizer Branchenbuch existiert die Firma nach wie vor, und auf ihrer Homepage nennt sich die Firma per heute nur noch: „Business Check Deutschland“. Aber selbst auf deren Homepage ist die Partnerschaft mit infoscore unübersehbar.

Um an dieser Stelle eine andere Frage zu beantworten, welche mir oft gestellt wird:

Trägst Du manchmal den Gedanken aufzugeben? Wie hälst du den endlosen erscheinenden Albtraum durch?

Antwort: Nein, ich werde niemals aufgeben, bis mein Fall zu 100% abgeschlossen ist. Es ist mittlerweilen irrelevant geworden wieviel Zeit und Geld es mich noch kosten wird, aber ich werde keine Ruhe geben, bis meine Bonitätsregister korrekt geführt werden und bis alle Inkassodaten gelöscht sind. Ich bin schlicht und einfach darauf angewiesen. Ich wollte mich mal selbstständig machen und weiss daher, wie wichtig es für mich ist, ein reines Bonitätsregister zu führen. Vor allem, falls ich mich später wieder mal selbstständig machen sollte.

Eine andere Frage, welche oft gestellt wird, lautet;

Woher nimmst Du eigentlich die Energie weiter zu machen?

Diese Frage kann ich so beantworten, dass die Tatsache, dass ich kein Einzelfall bin, mir Energie gibt. Obwohl mir Sunrise bei jeder Gelegenheit versichert, dass ich ein Einzelfall bin, stelle ich immer wieder fest, dass das eben nicht so ist. Albtraum Sunrise ist kein Einzelfall. Ich dachte es zu Beginn, doch heute weiss ich es besser.

Gestern Abend (28.9.2012) zum Beispiel schaute ich im 1. Tessiner Fernsehen (RSI La 1) „Patti chiari“. Ein Blogger machte uns via Klagemauer darauf aufmerksam. Meine Wertschätzung geht an dieser Stelle an Lucio Paniz. Es wurden diverse Fälle diskutiert und auch Herr Dr. Oliver Sidler (mit dem ich ebenfalls in Kontakt war), Leiter der Ombudsstelle für Telekommunikation wurde von Zürich ins Tessiner Fernsehen geschalten. 3 Fälle aus dem Tessin wurden gezeigt. Einer dieser drei Fälle vermochte mich wieder auf’s Neue zu bewegen:

Im Februar 2012 verliert ein (ich schätze ein circa 60-jähriger) Tessiner namens Fausto Tenzi seine werte Ehefrau. Sie verstarb. Dem Mann fällt es offenbar immer noch schwer darüber zu sprechen. Er ist mehrmals den Tränen nahe. Seine verstorbene Frau hatte ein Sunrise Handy-Abo. Da Sunrise weiterhin die Rechnungen auf den Namen der Frau schickte, meldete sich der Mann bei Sunrise und kommunizierte den Verlust seiner Ehefrau und schickte auch eine Kopie der Todesurkunde. Sunrise möge das Abo der Frau einstellen.

Doch Sunrise stellt das Abo nicht ein. Im Gegenteil es werden Monat für Monat Rechnungen verschickt, welche man unmissverständlich auch einzutreiben droht, wenn der Witwer nicht bald bezahle. Die Kontoauszüge stammen von der Zeitperiode nach dem Tod der Frau. Der letzte Kontoauszug geht bis zum 6. September 2012. Auf den Auszügen wird ersichtlich, dass das Abo nicht mehr benutzt wird. Der Witwer benutzte das Handy seiner verstorbenen Frau nie. Bei jeder Mahnung aber zu sehen, wann seine verstorbene und immer noch geliebte Ehefrau das letzte Mal telefonierte (ich glaube er sagte es wäre am 8. Februar 2012 gewesen), sei einfach nur schmerzhaft.

Wenn immer der Witwer auf die Hotline anruft, läuft er auf. Endlose Warteschlaufen, welche zu ahnungslosen Mitarbeitern führen. Immer wieder muss Fausto Tenzi erklären, dass seine Frau nun tot ist und dass er die Todesurkunde eingereicht habe… Doch die Hotline Sunrise Mitarbeiter können diese Informationen offenbar nicht im System festhalten und/oder abrufen. Für Fausto Tenzi verkommt der Brand Sunrise mit deren Sunrise Musik zu reinem Schmerz, Trauer und Respektlosigkeit.

Wenn ich also all diese Fälle im Fernsehen sehe, all diese Fälle auf albtraum.sunrise@gmail.com erhalte und lese, all die Fälle auf www.albtraum-sunrise.com/klagemauer lese und dann im Fernsehen höre, dass die Ombudstelle 4500 Fälle (viertausendfünfhundert) von Sunrise pendent hat (und nicht alle Beschwerden landen bei der Ombudsstelle), dann weiss ich, dass ich kein Einzelfall bin. Und das gibt mir Mut, bis zum Ende für mein Recht einzustehen.

Was mir am meisten Energie gibt, sind aber auch die vielen ermutigenden Worte, welche ich fast jeden Tag erhalte. 1000 Dank an all die ermutigenden Blogger, E-mailer, persönlichen Gespräche und Telefonate, welche ich schon haben durfte. 99% der Menschen die mich angehen sind wohltuend und ermutigend und das weiss ich sehr zu schätzen.

Selbstverständlich werde ich weiterhin Updates geben, sobald ich denke, dass die Zeit reif dazu ist.

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Ihr Pierre Bosquet

29. Mär 2012: Kündigen bei Sunrise? Gar nicht so einfach!

Sunrise ruft offenbar all diejenigen Abonnenten zurück, welche vorgängig bei der Sunrise Hotline angerufen haben, um zu erfahren, per wann ihr Abo ausläuft und was die Kündigungsbedingungen sind.

Diese Rückrufe von Sunrise verfolgen das simple Ziel, eine potentielle Kündigung zu verhindern, und das Abo um weitere 2 Jahre zu verlängern, sprich den Abonnent für weitere 2 Jahre an Sunrise zu binden.

Dieses Verkaufsteam versucht mittels (zum Teil durchaus attraktiven) Angeboten, die Kunden direkt am Telefon zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen. Aber:

  • Das Angebot von Sunrise gilt nur, wenn man sich spontan am Telefon entschliesst zuzusagen. Auch wenn Sunrise -auf explizite Anfrage- am Telefon verspricht, diese Offerte schriftlich zu senden, damit man sich nach dem Studium der schriftlichen Offerte entscheiden kann, ob man zusagen möchte oder nicht….. Diese schriftliche Offerte wird nie kommen. Trotz Versprechen von Sunrise!
  • Das Gespräch wird aufgezeichnet. Dies gilt dann als Beweis, dass man das Abo verlängert hat.
  • Nicht bei jedem Gespräch wird der Abonnent darauf aufmerksam gemacht, dass das Gespräch aufgezeichnet wird; geschweige denn, dass er gefragt würde, ob das OK sei!!!

ACHTUNG: Dieses Verkaufsteam versucht die Abonnenten mit diversen geschlossenen Aussagen und Fragen, zu einer Aussage zu bewegen, welche ein Committment zur Abo-Verlängerung beinhaltet.

Ausserdem: Das Verkaufsteam

  1. weiss nichts von der jeweiligen vorangegangen Kundenkorrespondenz
  2. weiss nichts von einem möglichen Blog wie diesem hier
  3. weiss nicht, dass das Abo bereits schriftlich gekündet wurde
  4. weiss nicht, ob vorgängig bereits ein anderes Angebot unterbreitet wurde
  5. hat ergo null Empathie für den Kunden und die Vorgeschichte

All diese Erfahrungen treiben mich an, mich mit der fristgerechten und vor allem „korrekten“ Portierung meines Abos (und das meiner Frau, und das meiner Verwandten und das meiner Freunde) zu befassen.

Doch leider muss ich beim googeln von „Sunrise kündigen“ feststellen:

Kündigen bei Sunrise? Gar nicht so einfach!

Was Andere bei Ihren Kündigungsbemühungen alles so erleben, kann man unter anderem auch auf folgendem Blog nachlesen:

http://dhaitz.wordpress.com/2010/10/05/kundigung-von-mobile-und-festnetz-bei-sunrise/

Der Werbeslogan: „All you need is a sunrise“ verkommt immer mehr zur Farce.